Blindenführhund

 

Blindenführhunde führen sehbehinderte und blinde Menschen sicher durch bekannte und unbekannte Umgebungen und helfen so direkt eine eigenständige Mobilität zu erleichtern. Dadurch ist ein Betroffener nicht mehr auf die Hilfe von z. B. Fremden angewiesen, um auch in fremden Umgebungen Sitzplätze oder Geschäfte zu finden. Zusätzlich gibt der Hund im Alltag Sicherheit und weicht Hindernissen selbstständig aus und sucht neue Wege, wenn der geplante Weg z. B. durch eine Baustelle oder Bodenhindernisse versperrt ist.

Aufgaben eines Blindenführhundes



Die Ausbildung des Blindenführhundes für die Führarbeit beginnt im Alter zwischen 1 und 1,5 Jahren. Die Trainer üben alle Aufgaben mit dem Blindenführhund immer in Umweltsituationen, dort wo der Blindenführhund später auch arbeiten wird. Jeder Blindenführhund lernt sowohl in kleinen Städten, Dörfern und Großstädten sicher zu führen. Dafür wird er 6-12 Monate im Führhundgeschirr ausgebildet und beherrscht am Ende ca. 40 Hörzeichen. Auf Kommando findet er Ampeln, Treppen, Türen, Fußgängerübergänge, Briefkästen, Schalter, Haltestellen und freie Sitzplätze z. B. in Bus und Bahn. Hat der Hund ein Kommando erhalten wie z. B. „Such Ampel“, steuert er gezielt auf das Ziel zu und zeigt dieses an, indem er davor stehen bleibt und z. B. an Ampeln oder Türen seine Schnauze auflegt, damit sein Partner das gesuchte Ziel anhand des Hundekopfes sofort ertasten kann. Indem der Blindenführhund Abgründe verweigert, Bordsteine und Höhenhindernisse selbstständig anzeigt, trägt er zur Sicherheit bei. Ebenfalls lernt der Blindenführhund Schlaglöcher, Pfützen und anderen Fußgängern auszuweichen.

Am Ende der Ausbildung werden die Trainer mehrmals durch Blindengänge mit Dunkelbrille testen, ob der Hund zuverlässig führt. Erst wenn der Trainer merkt, dass er sich dem Hund völlig anvertrauen kann und sich auch „blind“ von ihm führen lassen kann, kann die Ausbildung beendet werden.

Für das Deutsche Assistenzhunde-Zentrum T.A.R.S.Q. ist es wichtig, dass aus dem Blindenführhund und dem Sehbehinderten ein gutes Team wird. Dabei ist es entscheidend, dass der Blindenführhund und der menschliche Partner miteinander harmonisieren, was in mehreren Probegängen mit Hunden vor Ort getestet werden kann.

Dann erfolgt die Einarbeitung, die nach den individuellen Bedürfnissen des Sehbehinderten angepasst wird und ca. 3 Wochen dauert sowohl beim Trainer vor Ort als auch beim Sehbehinderten vor Ort.