Karrierewechselhund

Um ein erfolgreicher Assistenzhund oder Blindenführhund zu werden, müssen viele Faktoren wie Assistenzhundwesen, Arbeitsfreude und Gesundheit zusammenkommen. Wenn ein Hund in unserem Fremdausbildungsprogramm nicht die erforderlichen hohen Kriterien erfüllt, um ein guter Assistenzhund oder Blindenführhund zu werden, muss er ausgemustert werden.

Alle Hunde, die aus dem Trainingsprogramm ausscheiden, werden Karrierewechselhunde genannt. Wenn ein Hund aus dem Programm ausscheidet, erhält die Patenfamilie die Möglichkeit, den Hund als Familienhund zu übernehmen oder ihn zur Adoption freizugeben. Auch wenn der Assistenzhund oder Blindenführhund im späteren Dienstverlauf in Rente gehen muss, erhält zuerst der Partner mit der Behinderung die Wahl ihn bis zu seinem Lebensende zu behalten. Möchte der Partner dies nicht, wird zuerst die ursprüngliche Patenfamilie des Hundes gefragt, ob sie ihn als Familienhund übernehmen möchte. Kann oder möchte die Patenfamilie den Blindenführhund oder Assistenzhund in Rente nicht übernehmen, wird der Hund vom Assistenzhundetrainer des Deutschen Assistenzhunde-Zentrums zur Adoption freigegeben. Hierfür hat das Deutsche Assistenzhunde-Zentrum diese Unterseite für Familien, Paare oder Einzelpersonen, die gerne einem Karrierewechselhund ein liebevolles Zuhause auf Dauer schenken möchten.

Vorteile eines Karrierewechselhundes

Karrierewechselhunde sind wundervolle Familienhunde, die bereits eine gute Grunderziehung genossen haben und gute Grundkommandos beherrschen. Die Karrierewechselhunde sind in der Regel verträglich mit allen Menschen, Kindern, anderen Hunden und Katzen. Näheres ist der Beschreibung zu jedem Hund zu entnehmen. Karrierewechselhunde werden in jedem Alter und mit jedem Ausbildungsstand abgegeben.

 

 

DIESE HUND SUCHEN:

 


 

Moritz ist ein Labrador Retriever Rüde ohne Papiere, welchen wir im Oktober 2018 in Mecklenburg Vorpommern von einer Privat- Familie (die mit einem Welpen überfordert war) übernahmen.

Der Junghund zog im Herbst 2018 nach seiner ersten Wesensüberprüfung zu seiner Patenfamilie nach Paderborn, wo er liebevoll auf seine spätere Aufgaben zum Blindenführhund vorbereitet wurde. Die Patenfamilie besuchte hin und wieder unsere Hundeschule in Berlin und wir waren regelmäßig im Telefonkontakt. Als Moritz sein erstes Lebensjahr erreicht hatte, erfolgte die 4 wöchige Wesens- Beurteilung bei seiner Ausbilderin in Berlin. Es gab nichts zu beanstanden und so wurde der junge Rüde untersucht und kastriert. Moritz bestand alle Gesundheitsuntersuchungen und wurde ab 11 2019 zum Blindenführhund ausgebildet. Leider bemerkten wir ab Mitte Januar, dass der Rüde im Wald jagdliches Interesse entwickelt, somit ist seine Karriere als Blindenführhund ab sofort beendet.

Moritz ist einer der wenigen Hunde, der noch nie in seinem Leben etwas kaputt gemacht hat und nie in irgend einer Form gebellt hat, gebuddelt hat oder sonstige Auffälligkeiten gezeigt hat. Er lebte im Haushalt mit Katzen, er ist absolut brav, leise und unauffällig im Büro, er ist ein idealer Stadt- Begleithund, der keine Angst hat vor unterschiedlichen Bodenarten, laufen auf Brücken/ Glas oder sonstigem. Ein unkomplizierter und ruhiger Hund, der keine Angst hat vor Geräuschen, Gerüchen, unbewegten oder bewegten Objekten. Mo ist kein Bulljukie, er jagt keine Personen oder Hunde oder sonstiges. Er ist abrufbar und sein Grundgehorsam ist sehr gut.

In der Rudelhaltung fühlt er sich nicht wohl, er war zu keiner Zeit gestresst aber er ist kein Hund, der andere Hunde um sich braucht. Es muß außerdem erwähnt werden, dass Moitz schon einmal in eine (unbluige, aber doch ernste) Keilerei mit einem gleichaltrigem Rüden verwickelt war, als eine Hündin aus unmittelbarer Nachbarschaft läufig war. Moritz ist nicht die Sorte Labrador, den man als Kinder- und Familienhund anschafft oder den man stundenlang auf einer Hundewiese mit Artgenossen  laufen lassen wird. Moritz ist eher der sportliche Büro- Begleithund, der gern bei seinem Hundehalter dabei ist oder an einigen Tagen auch brav zu Hause bleiben kann ohne zu bellen oder Unsinn anzustellen. Moritz geht gern mit joggen und auch das laufen am Fahrrad wird er bestimmt gern lernen können. Im Blindenführhund- Geschirr zog er hoch motiviert und arbeitete schon über eine Stunde am Stück durch. Auf Grund der begonnenen Blindenführhund- Arbeit ist er nicht leinenführig. Jedoch ist Moritz mit Halti auch gut händelbar, wenn sein Hundehalter weniger als 40 kg wirgt.  Auf Grund des sich aktuell schleichend entwickelnden jagdlich interessierten Verhaltensweisen sollte der neue Besitzer immer wachsam sein bei:  Kleinen Hunden und Junghunden, andern Tieren und sogar kleineren Kindern. Mögicherweise sollte man auch beobachten, ob Moritz weiterhin freundlich bleibt im Dialog mit Gleichstarken Rüden (Erfahrungswerte aus der Familienhund- Ausbildung: arbeiten mit jagdlich interessierten Hunden).  Moritz ist Menschen gegenüber (und auch Kindern gegenüber) sehr aufgeschlossen und freundlich, aber er wird dennoch nicht an Haushalte mit kleinen Kindern oder Enkelkindern ect. abgegeben, weil nicht absehbar ist, wie er sich weiter entwickelt. Sein neuer Besitzer muss natürlich konsequent sein und verantwortungsvoll mit dem Hund umgehen und sich darüber im klaren sein, dass der Hund zukünftig nicht ohne Leine laufen kann, wenn jetzt nicht sofort mit Moritz gearbeitet wird.

Moritz kann bei Christin Hutterer in Brandenburg- Fichtenwalde (Nähe Beelitz) besucht werden. Telefon: +49 179 703 8442

Da Moritz eine Begleithund- taugliche Beasis- Ausbildung hat und ein wirklich in sich ruhender Hund ist, der sehr gern für seinen Menschen arbeitet sind wir optimistisch, dass Mo sein ideales „für-immer-zu-Hause“ sehr bald fidet wird. Moritz ist gesund, gechipt und kann Befunde von gesunden Ellenbogen, Hüften und Augen und gute Blutwerte nachweisen.